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Meine Schulzeit in Steffisburg

Meine Schulzeit begann in Steffisburg – genauer gesagt im Kindergarten im Schwäbis. Wir wohnten damals in einer klassischen Wohnüberbauung mit mehreren Blöcken. Für uns Kinder war das ein Paradies: viele Spielkameraden, unzählige kleine Abenteuer direkt vor der Haustür und ein Sandkasten, der das Zentrum unserer kleinen Welt bildete.

Internet? Smartphones? Push-Nachrichten?
Nichts davon existierte. Und trotzdem wussten alle Kinder ganz genau, wann es Zeit war, nach Hause zu kommen. Keine Uhr am Handgelenk, nur einfache Regeln: Wenn die Kirchenglocken läuteten – oder wenn die Strassenbeleuchtung anging – dann war Schluss.

In meinem Zimmer stand damals das technische Highlight jener Zeit: ein Radiowecker mit Kassettendeck. Damit verfolgte ich sogar die Eishockeyspiele live am Radio. Keine Live-Ticker, keine Apps – man sass gespannt vor dem Gerät und wartete auf die nächsten Einschaltungen. Und jedes Mal, wenn der Moderator endlich ein Tor für den SC Bern verkündete, war das ein kleiner Moment purer Freude.

Dann kam die grosse Revolution: zuerst der Walkman, später der Discman. Streamingdienste gab es nicht – man musste improvisieren. Jeden Sonntag wurde die Hitparade auf Kassette aufgenommen, und wer schnell genug auf der Pausetaste war, schaffte es, den Moderator auszublenden. Das war unser „Streaming“ – handgemacht und voller Stolz.

Primarschulzeit im Sonnenfeld oder an der Bernstrasse

Meine Primarschulzeit verbrachte ich im Schulhaus Sonnenfeld oder an der Bernstrasse. Und damals gab es nach der 4. Klasse eine richtige Zäsur: die Sekprüfung. Diese Prüfung entschied den weiteren Weg in Steffisburg. Entweder ging man danach ins Schönauschulhaus (wenn man die Sekprüfung nicht schaffte) oder in das Schulhaus an der Zulg, wo die Sekschüler unterrichtet wurden.

Ich schaffte die Prüfung – und verbrachte fünf Jahre an der Sekschule.

Stärken, Schwächen und ein Lehrer mit Humor

Mir lagen vor allem die logischen Fächer wie Mathematik. Dafür musste ich praktisch nichts lernen – es funktionierte einfach. So gut sogar, dass mein geschätzter Lehrer jeweils während der Stunde ein Schachbrett aufstellte und mit mir eine Partie spielte, während andere noch an ihren Aufgaben arbeiteten. Für mich war das das schönste Kompliment: Anerkennung für etwas, das mir wirklich lag.

Dafür waren Sprachen nicht unbedingt meine Welt. Die damalige Lernform – auswendig lernen, Prüfung schreiben, fünf Minuten später alles wieder vergessen – passte nicht zu mir. Es führte sogar so weit, dass mir derselbe Lehrer einmal prophezeite:

„Aus dir wird nichts Gescheites.“

Heute kann ich darüber schmunzeln. Vielleicht hat mich genau dieser Satz angespornt. Vielleicht war es einfach jugendlicher Trotz. Jedenfalls zeigte mir diese Erfahrung, dass Begabungen unterschiedlich sind – und dass aus einem Kind, das im Unterricht lieber Schach spielt als Vokabeln paukt, später durchaus etwas werden kann.

Der erste Computer – und ein Funke Technikbegeisterung

In dieser Schulzeit kam dann der nächste Meilenstein: mein erster Kontakt mit einem Computer. Der legendäre Commodore 64. Darauf lernte ich meine erste Programmiersprache: Basic. Damit begann eine Faszination für Technik und Systeme, die mich bis heute begleitet.

Diese Schuljahre in Steffisburg waren einfach, analog, direkt – und haben mich geprägt. Und rückblickend kann ich sagen:
Aus dem „Nicht-Gescheiten“ ist ein Unternehmer geworden, dem gerade diese Erfahrungen die Basis für vieles gegeben haben, was danach kam.

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© 2025 Carlos Reinhard

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