
Wo meine Wurzeln weitergehen
Heute reisen wir nicht ins Emmental, sondern an die Nordküste Spaniens – dorthin, wo ein Teil meiner Familie seit Generationen verwurzelt ist: nach Parres, einem kleinen Dorf in der Gemeinde Llanes in Asturien.
Asturien ist anders als das, was viele sich unter Spanien vorstellen. Kein trockener, heisser Süden – sondern grüne Berge, schroffe Atlantikfelsen, tiefe Wälder, Apfelhaine, Kühe auf Weiden und eine Küche, die jede Schweizerin und jeden Schweizer sofort überzeugt.
Und dann sind da die Strände – unzählige kleine Buchten und weitläufige Sandabschnitte, oft kaum überlaufen, selbst im Hochsommer. Das Klima ist durch den Atlantik geprägt: mild, frisch und oft vergleichbar mit der Schweiz. Genau deshalb fliehen viele Südspanier im Juli und August nach Asturien, um sich abzukühlen und ein paar Tage echte Sommerfrische zu geniessen.
Parres selbst ist ein kleiner Ort, in dem man sich kennt, in dem jeder Gruss erwidert wird und wo das Leben einen anderen Takt hat. Dort steht das Haus meiner Grosseltern. Dort wurde meine Mutter geboren. Und dort bin ich als Kind regelmässig gewesen – für mich eine Welt voller Gerüche, Stimmen und Traditionen, die bis heute zu meinem Leben gehören.
Wenn ich an Parres denke, denke ich an:
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den Duft der Croquetas, die meine Mutter heute noch genauso zubereitet wie meine Grossmutter (und am 24. Dezember ja wieder auf den Tisch bringt),
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die Abende am Meer, wenn die Wellen gegen die Felsen von Llanes schlagen,
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die Fiestas im Dorf, wo die Musik nie zu früh endete,
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die unzähligen Strände, an denen man manchmal fast alleine ist,
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und an die Herzlichkeit der Menschen, die immer fragen:
„Wann kommst du wieder?“
Asturien ist für mich ein Ort, der zeigt, wie unterschiedlich Heimat sein kann – und wie reich man wird, wenn man zwei Kulturen in sich trägt.
Sumiswald und Parres. Emmental und Atlantik. Tradition und Meer.
Beides gehört zu meinen Wurzeln. Und beides prägt mich bis heute.






