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Der Samichlaus, der erste Influencer ohne Instagram

Der 6. Dezember ist in der Schweiz der Tag des Samichlaus. Ein vertrauter Anblick: roter Mantel, weisser Bart, Sack voller Nüsse und Mandarinen. Doch die wenigsten wissen, dass unser Samichlaus eine erstaunliche Karriere hinter sich hat – und ursprünglich gar kein „Schweizer“ war.

Vom Mittelmeer in den Berner Schnee
Historisch stammt der Samichlaus aus Kleinasien. Nikolaus von Myra wirkte dort im 4. Jahrhundert, ganz ohne Schlitten, ohne Schmutzli und definitiv ohne parlamentarische Vorstösse.
Über Umwege gelangte seine Geschichte in den Alpenraum, wurde von Region zu Region angepasst – und irgendwann wohnte er sogar offiziell im Berner Wald.

Auch das ist typisch Schweiz: Einwanderung gut gemanagt, Integration erfolgreich.

 

Der Samichlaus – unerwarteter Datenschützer

In alten Schweizer Samichlaus-Büchern findet man etwas Bemerkenswertes: Der Samichlaus führte keine Listen. Er schrieb nicht auf, wer unartig war. Er sammelte keine Daten, keine Register, keine Vorjahresbewertungen. Die Kinder mussten ihm alles selber erzählen.

 

Heute würde man sagen:

 

„Der Samichlaus erfüllt die DSGVO ohne Aufwand.“ Vielleicht sollte man ihm einmal die Schweizer E-Government-Projekte zeigen. Er würde vermutlich sagen:
„Weniger Dateien, mehr Vertrauen.“

Der Samichlaus als Ordnungshüter im Mittelalter

Im Mittelalter hatte der Samichlaus Rollen, die heute eher nach Behörden tönen:

  • er kontrollierte Marktabgaben

  • er wachte über Ruhe und Ordnung

  • er kümmerte sich um Armenunterstützung

  • und war moralisches Gewissen der Gemeinde


Im Grunde war er eine Einstellen-der-Politik-in-einer-Person-Lösung.
Effizient, unkompliziert, aber natürlich ohne 300-seitige Vernehmlassungsberichte.

Manchmal denkt man:

 

„Ein Samichlaus im kantonalen Verwaltungsapparat könnte gewisse Prozesse erheblich beschleunigen.“

 

Der erste Influencer mit rotem Mantel

Bevor Influencer ihren Alltag in Stories präsentierten, wanderte der Samichlaus von Haus zu Haus, erzählte Geschichten, verteilte kleine Geschenke und gab Feedback, das heute wahrscheinlich unter „Persönlichkeitsentwicklung“ fallen würde.

 

Eigentlich war er der erste Content Creator der Geschichte:

  • Rückenmark als Corporate Identity

  • Nüsse als Give-aways

  • Geschichten als Storytelling-Inhalt

  • direkte Interaktion mit den Followern

  • keine gesponserten Posts, aber ein starkes Brand

 

Und das alles ganz ohne Algorithmus.

Heute würde er wohl mit einer Mischung aus Tradition und Reichweite durchstarten – und überall rote Herzen und echte Likes bekommen.

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© 2025 Carlos Reinhard

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