top of page
Tor03.png

Meinen Eltern gewidmet

Heute wird es persönlich. Dieses Türchen widme ich meinen Eltern.

Meine Mutter ist mit knapp 16 Jahren aus Spanien in die Schweiz gekommen – alleine, jung, und mit der klaren Botschaft ihrer Familie: „Arbeite fleissig, verhalte dich anständig, sei den Menschen in der Schweiz gegenüber immer respektvoll. Sonst musst du zurückkommen.“


Sie hat sich daran gehalten. Sie hat zugepackt, nie geklagt und sich hier ein neues Leben aufgebaut. Heute, mit 82 Jahren, fühlt sie sich ganz als Schweizerin – ohne ihre Wurzeln je vergessen zu haben.

Wenn sie mir Tortilla macht, dann spüre ich jedes Mal ein Stück ihrer Geschichte. Sie erzählt mir oft, dass dieses Gericht in ihrer Kindheit ein typisches „Armenessen“ war: Kartoffeln und Eier hatte man immer. Chorizo hingegen war damals schon Luxus – etwas, das man nur selten hatte und das die einfache Tortilla fast festlich machte.

Dieses Jahr war nicht leicht. Mein Vater – ihr geliebter Ehemann und mein Vorbild – ist verstorben. Ein starkes Eheteam wurde getrennt. Oder vielleicht ist er einfach nur etwas früher vorausgegangen. Meine Mutter trägt das mit einer Würde, die mich immer wieder beeindruckt.

 

Darum ist dieses Türchen ihnen gewidmet:
Meiner Mutter, die mich geprägt hat.
Und meinem Vater, der immer seinen Weg gegangen ist.

 

Und natürlich dem Familienrezept, das nach Liebe, Heimat und Kindheit schmeckt zum Nachkochen:​​​

"Spanische Tortilla mit Chorizo in einer gusseisernen Pfanne, rustikal angerichtet mit Eiern, Chorizo und warmem Licht – traditionelles Familienrezept."

Rezept: Tortilla Teresa mit Chorizo

​​​​​​​Zutaten (für 3–4 Personen):

  • 6–7 Eier

  • 4 mittelgrosse Kartoffeln

  • 1 Zwiebel

  • 120–150 g Chorizo (mild oder pikant)

  • Olivenöl

  • Salz & Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen, in dünne Scheiben oder Würfel schneiden und in reichlich Olivenöl langsam weich braten.

  2. Zwiebel in Streifen schneiden, dazugeben und glasig schmoren.

  3. Chorizo in kleine Stücke schneiden und kurz mitbraten.

  4. Alles leicht abkühlen lassen und mit den verquirlten Eiern mischen.

  5. Die Masse in die Pfanne geben, bei mittlerer Hitze stocken lassen.

  6. Mit einem Teller vorsichtig wenden und die zweite Seite goldbraun braten.

 

Fertig. Rustikal, herzhaft – und ein Stück spanische Geschichte.

Wichtiger Hinweis:

In Spanien kocht man nicht mit Rezept – man kocht mit Herz, Gefühl und einer gewissen Grosszügigkeit, die manchmal an ein kleines Wunder grenzt. Bei meiner Familie ist das nicht anders. Wenn vier Personen eingeladen sind, wird grundsätzlich so gekocht, als würden zwanzig kommen. Und am Ende reicht es meistens trotzdem gerade so, weil jeder nochmals eine Portion nach Hause nimmt. 

Die spanische Küche hat keine Grammangaben, keine präzisen Kochzeiten und schon gar keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Sie hat nur eines: Menschen, die gerne kochen und andere gerne glücklich machen. Ein grosser Topf, ein paar Zutaten, und dann passiert genau das, was in einem Rezept nicht stehen kann – es entsteht Stimmung, Wärme und das Gefühl, willkommen zu sein.

Vielleicht liegt gerade darin die Magie dieser Küche: Sie funktioniert nicht, weil man alles perfekt abmisst, sondern weil man genug macht. Genug Geschmack, genug Wärme – und definitiv genug Essen.

Eure Nachricht direkt an mich....

Danke für Ihre Nachricht!

© 2025 Carlos Reinhard

bottom of page